Geschichte

Unser Dorf wird als Flecken der ältesten Besiedlungsschicht unserer Heimat zugerechnet, der wahrscheinlich schon vorgermanischer Herkunft ist. Mit Boden, Holler, Wirges und Kaan leitet es zu einer Altergruppe entsprechender Ansiedlungen, die etwa bis zum Ende der Völkerwanderungszeit entstanden sein sollen, zum Neuwieder Becken hinüber, in umgekehrter Richtung mit Seck, Westernohe, Unnau und Mörlen in das Innere des Westerwaldes hinein.

Kaiser Heinrich II. schenkte 1022 (erstmalige, urkundliche Erwähnung) der Bischofskirche, dem heutigen Dom zu Bamberg, Güter zu Irlich und Krümmel im Engersgau, die Erzbischof Poppo von Trier ihm geschenkt hatte. Ähnliche Verbindung von Besitz in Rheinuferorten mit solchem im Inneren des Westerwaldes läßt sich seit der Karolingerzeit mehrfach beobachten. Weidewirtschaft, Viehzucht, Waldnutzung mit Ertrag für Weinbergspfähle und Brennholz waren eine wichtige Ergänzung für den Weinbau am Rhein. Der Ortsname 1022 Crumbele, schon 1538 Krümmel, ist vom Bach übernommen und gehört sprachlich zu den ältesten ringsum. Er ist ein Zeuge vom hohen Alter der Ansiedlung. Das Domstift Bamberg veräußerte die Reste seines Besitzes 1422 an den Erzbischof von Trier. Es waren 1589 fünf Bauernhöfe, die zur Herrschaft Hammerstein gehörten. Schutzherren des Besitzes waren 1357 und noch bis 1606 die Grafen von Sayn. Sonst gehörte Krümmel zum Gericht Marienrachdorf der Herren von Isenburg-Grenzau und nach deren Aussterben 1664 zum Kurtrierischen Amt Herschbach, mit dem das Dorf 1802 an Nassau kam. Nach Marienrachdorf ging man auch von jeher zur Kirche.

In Krümmel zählte man:

  • 1637 – 5 Mann
  • 1683 – 8 Mann
  • 1723 – 13 Familien
  • 1785 – 19 Häuser
  • 1787 – 104 Einwohner

Die alte Post mit dem Post-Karl.

Im Jahre 1826 waren es 154 Einwohner in 30 Familien. Diese lebten außer je einem Schneider, Wagner und Wirt 1828 noch alle nur von der Landwirtschaft. Die Bevölkerungszahl ging im vorigen Jahrhundert sogar noch zurück. 1892 waren es nur noch 101 Einwochner in 33 Haushalten.

Per 31.12.1982 lebten in Krümmel 175 Einwohner in 70 Familien. Heute, am 31.12.2007, zählt Krümmel nach einem rasanten Aufschwung rund 371 Einwohner. Margarete Wolf (geb. 1868 in Krümmel) war bis zu ihrem Tode 1940 als „Krümmeler-Gritt“ auf jeder Kirmes im unteren Westerwald zu finden – ein Westerwälder Original, wie es nicht viele gab und gibt.

Im Jahr 1977 wurde das Gemeinschaftshaus mit Garage für das Feuerwehrauto gebaut. Das Gemeindehaus wurde zum großen Teil in Eigenleistung von der Freiwilligen Feuerwehr errichtet. Im Gegenzug kaufte die Ortsgemeinde Krümmel der Feuerwehr ein neues Fahrzeug (TSF).
Im Gemeindehaus tagt der Gemeinderat und finden die Versammlungen und Schulungen der Freiwilligen Feuerwehr statt. Es wird für Familienfeiern, Handarbeits-, Gymnastik- und Bastelstunden genutzt. 1990 wurden nochmals zwei Räume in Eigenleistung angebaut.

Im heute eigenständigen Ort mit 220 Hektar Gemarkung (davon 83 Hektar Wald) gibt es 2 Gewerbebetriebe und 1 Gastwirtschaft. Im Strukturplan wird Krümmel als landwirtschaftlich orientierte Gemeinde ausgewiesen. Zwei Aussiedlerhöfe und zwei Nebenerwerbsbetriebe sorgen dafür, daß die Flur voll bearbeitet wird. Es gibt kein Brachland.
In den Jahren 1905/1906 erbaute die Gemeinde ein eigenes Schulgebäude. Im Zuge der Zusammenlegung kleinerer Schulen wurde die Volksschule Krümmel im Herbst 1966 aufgelöst. Heute besuchen die Grundschüler die Schule in Marienrachdorf. Eine Hauptschule befindet sich in Selters, Realschule und Gymnasium sind im 7 km entfernten Dierdorf zu finden. Krümmel ist dem Kindergartenzweckverband Marienrachdorf angeschlossen.

Der Stolz der Bürger ist sicher das Dorfgemeinschaftshaus, das im Jahre 1977 eingeweiht wurde und auch die Feuerwehr beherbergt. Somit ist der einzige örtliche Verein , die Freiwillige Feuerwehr, angesprochen, die mit der Nachbargemeinde Sessenhausen verbunden ist und im Jahre 1993 auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken kann. Viele handwerkliche Eigenleistungen wurden von den Krümmelern, vor allem den Feuerwehrmännern erbracht. An der Stelle dieser Gemeinschaftseinrichtung, die über einen kleinen Saal für Ratssitzungen, Familienfeste und andere gesellige Veranstaltungen mit vollständig eingerichteter Küche, sowie einen Feuerwehrraum verfügt, stand früher das alte Backes. Ein ausgedientes Transformatorenhaus baute die Feuerwehr derart um, daß dort Übungen im Abseilen und mit dem Sprungtuch abgehalten werden können.

Das Neubaugebiet, das 1986 erschlossen wurde umfaßt 47 Parzellen ist mittlerweile nahezu vollständig bebaut. Die Freifläche an der Bushaltestelle in der Schulstraße erhielt eine Schotterdecke, wurde ausgebaut und bepflanzt. Berufstätige finden in der Nachbarschaft ihren Erwerb, soweit sie nicht am Ort selbst arbeiten. Der Fremdenverkehr spielt in unserem Ort noch keine gewichtige Rolle, obwohl intakte Natur, Umwelt und Landschaft manche Gelegenheit zur Erholung bieten.